Ein Politiker in Delmenhorst

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Dienstag, 9. März 2010

Kulturstadt Delmenhorst ?

Eines der größten Probleme unserer Stadt ist es, dass die meisten (berufstätigen) Einwohner ihren Job nicht in Delmenhorst sondern überwiegend in Bremen haben. Eigentlich ist Delmenhorst inzwischen zu einer reinen "Schlafstadt" geworden, dementsprechend verschlafen kommt auch das Ambiente daher.
Selbst das Erschließen neuer Gewerbegebiete hat bisher nicht zu nennenswerten Erfolgen geführt, außer schön leeren Straßen gibt es hier nicht viel zu sehen.

Was kann man also tun, um dieses langweilige, leicht in die Jahre gekommene und unattraktive Image zu ändern?
Neben der hier schon ausreichend diskutierten Innenstadtbelebung wäre eine Möglichkeit, die Bürger mit kulturellen Angeboten in der Stadt zu halten und externe Interessenten zu begeistern. Delmenhorst muss DER kulturelle Mittelpunkt der Region werden. Und zwar für alle Altersstufen. Das geht mit einer lebendigen Kneipen- und Discoszene los, über regelmäßige Live-Events und Musical- oder Theatergastspiele bis hin zu Kunstausstellungen und Leseabende.

Wo soll das jetzt alles stattfinden, fragt sich der geneigte Leser dieses Blogs. Nun, sicherlich kann man das nicht über Nacht erreichen. Ein erster Schritt wäre eine technisch hochwertig ausgestattete Stadthalle am Graftbogen, die es erlaubt, Gastspiele mit einem hohen technischen Anspruch zu beherbergen Des weiteren könnte das "Kleine Haus" saniert werden, und außerdem die Ansiedlung von Kleinkunstbühnen in der Nähe der Innenstadt, z.B. im ehemaligen Kino, von der Stadt gefördert werden. Das Haus Coburg ist schon bekannt für seine sehr gut gelungenen Ausstellungen, hier könnte eine Location in der Nordwolle für eine Ergänzung sorgen.
Für die jüngeren Pistengänger würden sich die Strassen rechts und links vom Bahnhof als Partymeile geradezu anbieten. Ein gemeinsames Marketing der beteiligten Einrichtungen und Künstler würde das Interesse der Bürger wecken. Und auch das Stipendiat für einen Stadtkünstler, den es ja bereits einmal gegeben hat, dürfte sich in einem überschaubaren Rahmen halten.
All' diese Vorhaben wären mit einem relativ geringen Budget, das sicherlich unter dem für die Erschließung eines Gewerbegebietes, realisierbar ist. Die Stadt muss nur einmal den Mut zu einer visionären und zukunftsweisenden Entscheidung haben, die dem momentanen Status Quo unserer Kommune entspricht.