Politik in Delmenhorst
Freitag, 21. August 2020
Ein neuer Hafen
Montag, 10. August 2020
Mein Austritt aus der Gruppe SPD & Partner
Für den geneigten Leser und zur Dokumentation, hier mein Schreiben vom heutigen Tage an die restlichen Mitglieder der Gruppe SPD & Partner im Stadtrat.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
einige werden sich freuen, das hier zu lesen und einige, wenige es bedauern: Ich verlasse mit sofortiger Wirkung die Gruppe SPD & Partner, so dass es zukünftig wieder eine reine SPD-Fraktion im Stadtrat geben wird. Ich will Euch zum Abschied noch kurz darlegen, was meine Motivation für den jetzigen Schritt ist. Dafür möchte ich einmal kurz in die Vergangenheit schauen. Ich bin 1988 in die SPD in Delmenhorst eingetreten und war voller Tatendrang, zusammen mit den Genossinnen und Genossen vor Ort Dinge zu erreichen und zu ändern. Anfang der 2000er Jahre bin ich dann komplett desillusioniert ausgetreten, einer der Gründe waren die Hartz-Regelungen, aber der andere Grund war die Art und Weise wie die SPD in Delmenhorst mit ihren Leuten umgeht. Die Liste der parteiinternen Kämpfe ist lang, die der Opfer und beschädigten Menschen umso länger. Nie ging es darum, wer welche Qualifikation für ein Amt oder Mandat beibringen kann, immer nur um den Stallgeruch, den richtigen Ortsverein. Das Motto der SPD in Delmenhorst war immer: “Management by Champignons” - Wenn sich ein Kopf hervor tut, wird er abgeschnitten.
Nun darf ich ja seit 2016 das Innenleben der SPD in Delmenhorst hautnah, als Beobachter, wieder miterleben. Und was soll ich sagen, nichts, aber auch garnichts hat sich verändert. Es gibt immer noch die Lager, die ihre “Machtbasis” argwöhnisch verteidigen, sei es die unsägliche Baumstrassenfraktion, die Bungerhofconnection oder auch die de la Lanne-Gruppe, keiner gönnt den anderen auch nur das Schwarze unter den Fingernägeln. Unsolidarisch, unfair und teilweise Menschenverachtend wird miteinander umgegangen, das beste Beispiel ist, wie der aktuelle Unterbezirksvorstand mit der Kandidatur von Bettina Oestermann als Oberbürgermeisterin umgegangen ist. Hier wurden alle fiesen Tricks ausgegraben, die der Politikzirkus zu bieten hat. Das ekelt mich an.
Natürlich kann man zu einer Kandidatur stehen wie man will, aber gerade innerhalb der SPD, die ja immer auch die Solidarität einfordert, sollte man doch fair miteinander umgehen. Und das war hier definitiv nicht der Fall. Daher habe ich mich entschieden, dieser Partei meine Arbeitskraft nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Ich bin mir sicher, ihr werdet das verschmerzen können. Leider kann ich meinen Austritt aus der SPD nicht parallel vornehmen, aber ihr könnt euch sicher sein, emotional mache ich das gerade.
Also, mit “solidarischen” Grüßen, macht es gut und bitte, reflektiert ein einziges Mal euer Verhalten
--Andreas
Dienstag, 29. Oktober 2019
Beigeordneter Neugebauer: Steuern senken? Steuern senken!
| Haushalts- jahr | Ergebnis | Liquiditätskredite | Haushaltsreste Finanzhaushalt | Grundsteuer A | Grundsteuer B | Gewerbe-steuer |
| 2011 | 7.630.697,26 € | 47.000.000,00 € | 350 | 400 | 405 | |
| 2012 | 5.151.935,37 € | 37.000.000,00 € | 350 | 415 | 405 | |
| 2013 | 1.774.545,09 € | 32.000.000,00 € | 350 | 415 | 405 | |
| 2014 | 1.634.562,59 € | 27.000.000,00 € | 5.900.000,00 € | 350 | 415 | 405 |
| 2015 | 941.589,71 € | 20.000.000,00 € | 9.300.000,00 € | 380 | 470 | 425 |
| 2016 | 5.697.584,78 € | 20.000.000,00 € | 11.600.000,00 € | 380 | 470 | 425 |
| 2017 | 2.534.973,85 € | 10.000.000,00 € | 11.789.600,00 € | 380 | 470 | 425 |
| 2018 | 8.200.000,00 € | 0,00 € | 21.200.000,00 € | 380 | 530 | 435 |
| 2019 | 4.300.000,00 € | 0,00 € | 23.600.000,00 € | 380 | 530 | 435 |
| 2020 | 380 | 530 | 435 |
| Jahr | Einnahmen Grundsteuer B | Gewerbesteuer | Grundsteuer B mit Stand 2017 | Gewerbesteuer mit Stand von 2017 | Differenz |
| 2018 | 14.516.157,95 € | 24.036.727,10 € | 12.872.819,31 € | 23.484.158,66 € | 2.195.907,07 € |
| 2019 | 14.603.000,00 € | 17.100.000,00 € | 12.949.830,19 € | 16.706.896,55 € | 2.046.273,26 € |
| 2020 | 14.623.000,00 € | 18.000.000,00 € | 12.967.566,04 € | 17.586.206,90 € | 2.069.227,07 € |
In der obigen Tabelle kann man sehen, welche Auswirkungen die Steuersenkungen für die Grundsteuer B und die Gewerbesteuer hätten. Die anderen Steuerarten sind hierbei zu vernachlässigen. Wir kommen also auf eine Mindereinnahme von ca. 2 Mio. Euro im Jahr 2020, wenn wir die Steuern senken. Da wir aber im Bereich Gewerbesteuer beispielsweise seit Jahren Mehreinnahmen haben, die erheblich über den Ansätzen im Haushaltsentwurf liegen, man sieht dieses schön im Vergleich der IST-Einnahmen 2018 in Höhe von 24 Mio. Euro gegenüber dem Ansatz von 2019 in Höhe von 17 Mio. Euro, brauchen wir eigentlich keine Einsparungen vorzunehmen, sondern es würde ausreichen, den Ansatz bei der Gewerbesteuer für 2020 von 18 Mio. Euro auf 20 Mio. Euro anzuheben um rechnerisch die Steuersenkungen auszugleichen. Easy as that.
Mittwoch, 10. Juli 2019
Unterm Brennglas
#Funfact: Ich habe übrigens immer noch mein altes SPD-Parteibuch. Denn ich wurde nicht aufgefordert es abzugeben, als ich ausgetreten bin.
Donnerstag, 21. März 2019
Beigeordneter Neugebauer - Halbzeit im Stadtrat
Zur Halbzeit kann man feststellen, dass sich die Ratsmitglieder dieser Vereinigung als ebenso plan- wie erkenntnislos erwiesen haben. Anträge von Rechts kommen so gut wie keine und wenn, dann sind diese entweder nicht beschlussfähig oder verstoßen sogar gegen das NKomVG oder andere geltende Gesetze. Inzwischen ist die Fraktion um 2 Mitglieder geschrumpft, ohne dass diese allerdings ihr Mandat zurückgegeben hätten und somit weiterhin für Kosten von über 4.500 Euro im Jahr sorgen. Auffällig ist allerdings, dass die "Alternative" immer öfter den Schulterschluss mit der CDU sucht. Ob das Zufall oder Absprache ist, wird die Zukunft zeigen müssen.Sehr geehrte Frau Vorsitzende, Herr Oberbürgermeister,liebe Gutmenschen, liebe RotGrün versyphten Kollegen,wir stehen heute vor einer deutlichen Zäsur in der jüngeren Geschichte unserer Stadt. Zum ersten Mal erleben wir heute, dass eine offen rechtsradikale Partei hier unter uns im Rat der Stadt Delmenhorst vertreten ist. Als Demokraten bleibt uns das Entsetzen, allerdings haben wir alle Ergebnisse von freien und geheimen Wahlen zu akzeptieren, ob es uns nun passt oder nicht.An die Abgeordneten der sogenannten “Alternative” sei das folgende gerichtet:Wer Ressentiments schürt, wer Fakten und Sachverhalte - beispielsweise im Zusammenhang mit der Situation der Flüchtlinge - bewusst ignoriert oder für seine rechtspopulistischen Ziele missbraucht, wer Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer Hautfarbe oder ihre sexuellen Orientierung herabsetzt und diffamiert, findet hier zu keinem Zeitpunkt Verständnis oder ein kollegiales Miteinander.Wie man der Presse entnehmen konnte, versuchen sich einige von Ihnen von der politischen Linie ihrer Partei zu distanzieren um somit eine gewisse Akzeptanz zu erfahren. Ihnen sei gesagt, wer heute für eine Partei bei einer Wahl antritt, der macht sich selbstverständlich die Ausrichtung zu eigen und muss sich auch daran messen lassen. Wer das nicht kann, der verlässt am besten diese Partei. Man kann keine Politik losgelöst von der Programmatik seiner Partei machen.Natürlich sind wir als gute Demokraten dazu aufgerufen, sie zu akzeptieren und ihnen selbstverständlich auch alle ihre Rechte zuzugestehen. Deswegen und um den Stadtrat mit seinen Ausschüssen und die Gremien arbeitsfähig zu bekommen, habe ich heute entgegen - ich wiederhole entgegen - meiner Überzeugung der Besetzung zugestimmt. Als Zeichen unserer Ablehnung der rechtsradikalen Parolen der “Alternative für Deutschland” haben wir mit Stimmkarten abgestimmt, die mit Begriffen beschriftet sind, für die wir einstehen. Freiheit, Toleranz, Brüderlichkeit, Offenheit - das sind unsere Werte und diese werden wir gegen alle Angriffe von Rechts verteidigen. Wir werden die AfD nicht mit Formalien behindern, ihnen Rechte vorenthalten oder ihnen die Opferrolle überlassen. Nein. Wir werden sie anhand ihres Handelns und ihrer Arbeit stellen und die politische Wirkungslosigkeit ihrer Parolen offen legen. Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln daran arbeiten, dass Delmenhorst offen und vielfältig bleibt. Für und mit allen Einwohnern unserer Stadt. Das ist der Auftrag, den wir haben und den wir erfüllen werden.
- Die Entwicklung des Wollepark
- Der Neubau des Krankenhauses
- Die Zukunft der Hertie-Immobilie
- Die Sanierung des "Kleinen Hauses"
- Die Entwicklung der Innenstadt
Montag, 17. Dezember 2018
Was bekommen die Wähler in Delmenhorst eigentlich für ihre Stimme?
| Fraktion | Anzahl Anträge | Anzahl Mitglieder | Anträge pro Mitglied | Anteil am Gesamtaufkommen | Anteil am Rat | Performance |
| SPD |
117
| 15 | 8 | 19,40% | 35,71% | -14,47% |
| CDU | 49 | 10 | 5 | 8,13% | 23,81% | -13,84% |
| Grüne | 77 | 4 | 19 | 12,77% | 9,52% | 5,09% |
| Piraten | 50 | 2 | 25 | 8,29% | 4,76% | 5,37% |
| FDP | 67 | 4 | 17 | 11,11% | 9,52% | 3,43% |
| UAD | 60 | 3 | 20 | 9,95% | 7,14% | 4,65% |
| Linke | 89 | 2 | 45 | 14,76% | 4,76% | 11,84% |
| Sassen | 94 | 1 | 94 | 15,59% | 2,38% | 15,05% |
| Suhrkamp | 12 | 1 | 12 | 1,99% | 2,38% | 1,45% |
| Gesamt | 603 | 42 | 14 | 100,00% | 100,00% |
Man kann anhand der Grafiken erkennen, dass in der letzten Legislaturperiode die beiden "großen" Fraktionen in der Performance deutlich unter den "kleinen" Fraktionen geblieben sind, wobei die SPD-Fraktion immerhin noch die meisten Anträge von allen im Rat vertretenen Gruppierungen gestellt hat. Im Schnitt hat jedes Ratsmitglied in den 5 Jahren der vergangenen Legislaturperiode 14 Anträge gestellt, d.h. ca. 3 pro Jahr. Hinzufügen möchte ich, dass die Anträge nach §34 NKomVG in der Statistik für die Jahre 2011-2016 nicht enthalten sind. Und hier nun die Zahlen für die Jahre 2016-2018. Stichtag ist hier der 01.11.2016, Anträge bis zum 15.11.2018 sind hier berücksichtigt.
| Fraktion | Anzahl Anträge | Anzahl Mitglieder | Anträge pro Mitglied | Anteil am Gesamtaufkommen | Anteil am Rat | Performance |
| §34 | 14 | 3,61% | ||||
| AfD | 28 | 7 | 4 | 7,22% | 15,91% | -7,98% |
| Büfo | 71 | 3 | 24 | 18,30% | 6,82% | 12,19% |
| CDU | 38 | 10 | 4 | 9,79% | 22,73% | -12,22% |
| FDP | 16 | 3 | 5 | 4,12% | 6,82% | -1,99% |
| Grüne | 50 | 2 | 25 | 12,89% | 4,55% | 9,05% |
| Linke | 7 | 2 | 4 | 1,80% | 4,55% | -2,03% |
| SPD & Partner | 145 | 15 | 10 | 37,37% | 34,09% | 3,99% |
| UAD | 11 | 2 | 6 | 2,84% | 4,55% | -1,00% |
| Interfraktionell | 8 | 2,06% | ||||
| Gesamt | 388 | 44 | 9 | 100,00% | 100,00% |


Eine weitere Bewertung dieser Zahlen überlasse ich dem geneigten Leser, da ich ansonsten in einen Konflikt mit meiner Tätigkeit als Ratsmitglied kommen würde.



